Essstörungen

Shownotes

**#mutigesherz ** Der Selbsthilfe-Podcast von und mit Turid Müller www.turid-mueller.de

Quellen & Weiterführendes Richard C. Schwartz: Das System der inneren Familie Richard C. Schwartz: Kein Teil von mir ist schlecht Richard C. Schwartz: Mutige Liebe Richard C. Schwartz & Marthy Sweezy: Systemische Therapie mit der inneren Familie

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Credits: Idee & Moderation: Turid Müller Intro-Sprecher: Jens Wenzel Komposition, Musik, Mix: Torge Niemann Grafik: Katrin Baarth

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00:00:00: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mutiges Herz.

00:00:30: Heute möchte ich ein bisschen über Essstörungen und Süchte sprechen, und zwar durch die Brille einer therapeutischen Methode, die sich das System der inneren Familie oder auf Englisch Inner Family System nennt.

00:00:46: Erfunden wurde sie von Richard Schwarz, ich packe ein paar Bücher in die Show-Notes.

00:00:52: Das lohnt sich wirklich sehr.

00:00:54: und zwar ist das ein Teilemodell,

00:00:56: d.h.,

00:00:57: es geht davon aus dass wir eine innere Pluralität haben ,dass wir eine Innere Vielstimmigkeit haben und als Pendant zum Oberhaupt wie du es vielleicht schon von Das ist ein Interesse-Team, das ich an dieser Stelle schon vorgestellt habe.

00:01:14: Ein Selbst, das sozusagen unsere ganze Person darstellt mit dem wir den Überblick haben über diese einzelnen Parts und ich finde diesen Blick sehr hilfreich Gerade auch beim Thema Sucht.

00:01:34: Das muss jetzt gar nicht im Sinne einer Diagnose sein, ich mein Hand aufs Herz!

00:01:39: Wir alle haben ja so unsere kleinen Ausflüchte wenn es stressig und anstrengend und emotional herausfordernd wird.

00:01:47: Und das ist natürlich ein Thema dass viele Ursachen haben kann aber dass auch eine starke Verbindung aus aufweisen kann.

00:01:54: zum Thema Narzissmos Erstens ist es so, dass es natürlich viele Komobilitäten wie Alkoholsucht-, Sex-Sucht und Arbeitssucht und ähnliches gibt bei Menschen die nazistische Züge haben.

00:02:08: Auf der anderen Seite entdecken wir sowas aber auch bei den Personen am empfangenen.

00:02:14: Ende solcher Dynamiken zum Beispiel können wir erleben Dass es Süchte gibt als Ausgleich zur Betäubung, wenn diese Beziehungszustände kaum noch erträglich sind oder dass zum Beispiel – und darüber möchte ich heute reden – Menschen die aus nazistischen Familien kommen durchaus häufig Essstörungen entwickeln.

00:02:48: Das ist eines der häufigeren Symptome und das macht ja auch, denke ich direkt Sinn wenn man es hört.

00:02:56: Nazismus ist etwas was darum herum sozusagen entsteht, dass Gefühl der eigenen Migrigkeit, der eigenen Scham nicht spüren zu wollen Und was unweigerlich einhergeht, damit diese Scham weiterzugeben an andere, um sie zu veräußern.

00:03:16: Um sie selber nicht empfinden zu wissen, weil sie so schrecklich ist.

00:03:20: Das heißt es ist sehr wahrscheinlich dass wenn man einem Charmthema aus solchem aufwachsen sozusagen rauskommt vielleicht auch mit Perfektionismus Leistungsdenken das sich vielleicht auch auf einer körperlichen Ebene äußert und dort ausgetragen wird in Form von Schönheitsidealen, Hungerkuren einer perfekten Fassade.

00:03:48: Was auch immer ja wenn es dann auf dieser Ebene bespielt wird.

00:03:52: das Thema kann natürlich auch der sechste Doktortitel sein Der Blick Der Technik, die ich heute ein bisschen vorstellen möchte.

00:04:07: Also der inneren Familie kommt auch so ein bisschen aus der Familientherapie und zwar hat Richard Schwarz eben Familienttherapie gelernt und dann gemerkt in der Arbeit mit seinen Klientinnen und zwar am Anfang viel mit KlientInnen mit Essstörungen dass man diese Naturgesetze der Familientherapie sozusagen auch auf das Innere eines Menschen anwenden kann, was ja auch ein System ist aus verschiedenen Anteilen.

00:04:36: Die nicht immer harmonisch miteinander sind und genau wie bei einer äußeren Familie gibt es das hier auch im Kleinen.

00:04:44: Dass das System versucht einen Gleichgewicht herzustellen.

00:04:47: aber die Strategien, die von diesem System gewählt werden um gleich Gewicht anzustreben Hilfreich und konstruktiv sind manchmal dysfunktional, weil es einfach gerade keine hilfreichere Strategie gibt.

00:05:05: Weil da vielleicht auch Teile federführend sind die noch nicht so reif sind Und die dann eben nicht die allerweisesten Strategien wählen Die vielleicht auf kurze Zeit wirklich eine Entlastung machen aber auf lange Sicht eher ein neues Problem werden bei Sucht zusammenhängen.

00:05:26: Es ist häufig so, dass es einen verletzten oder auch verbanden Anteil gibt, der eine Verletzung erfahren hat.

00:05:34: Das kann etwas Vererbtes sein, eine sogenannte Erblast die aus der Kultur oder aus der Familie übernommen worden ist.

00:05:42: das kann auch etwas sein was direkt sozusagen erworben wurde durch schwierige Beziehungen in der Familie.

00:05:51: Dadurch, dass in kritischen Lebensphasen wir verletzt worden sind durch die Menschen, die an der Stelle wo sie für uns hätten da sein sollen vielleicht selber Defizite hatten und diese Rolle, die wir gebraucht hätten nicht ausfüllen konnten.

00:06:07: Und häufig organisiert sich dann so eine Art innerer Teufelskreis um ... verletzte Seite von uns.

00:06:17: Denn der Versuch ist, dass wir die nicht länger spüren müssen.

00:06:20: Ein Teil von uns ist da sozusagen stecken geblieben in der Vergangenheit und hatte noch diese alten Schmerzen.

00:06:29: Und dann entsteht ein Beschützeranteil.

00:06:33: Das kann natürlich auch eine Beschützerin sein.

00:06:37: Dieser Anteil versucht diesen Schmerz für uns spürbar werden zu lassen und versucht eine Wiederholung zu verhindern.

00:06:49: Es könnte zum Beispiel ein Manager sein oder eine innere Managerin, dieser Teil könnte sehr kontrollierend sein.

00:06:58: Und da hätten wir zum Beispiel den Perfektionismus.

00:07:01: wenn ich natürlich Zuhause viel kritisiert werde weil ich da einen nazistisches Elternteil habe dann entsteht vielleicht auch in mir eine sehr kritische Stimme, die mir sagt dass das noch nicht reicht was ich mache und dass sich mich mehr anstrengen muss.

00:07:17: Und die mich zu Perfektionen und Höchstleistungen bringt und die mich dazu bringt auch über meine Grenzen und Bedürfnisse zu gehen.

00:07:28: vielleicht ja nur damit mir von außen diese Kritik nicht erneut begegnet begegnet sie mir lieber im Inneren.

00:07:37: Das merkt natürlich mein System, dass das auch irgendwie nicht gut ist.

00:07:41: Und

00:07:41: d.h.,

00:07:42: es beginnt an der anderen Seite zu ziehen?

00:07:45: Ich glaub, Watzlandweg war es der Kommunikationspsychologe, die das Bild gefunden hat, wie bei einem Segelschiff dann sozusagen zwei verschiedene Seeleute an beiden Seiten des Schiffs hängen und versuchen ... Durch ihr Körpergewicht, durch das sich rauslehnen und im Gleichgewicht zu halten.

00:08:09: Je mehr die eine Seite sich herauslehnt, desto mehr lehnt sich die andere Seite raus.

00:08:14: Es ist also eine innere Polarisierung.

00:08:17: Wenn dieser Manager-Anteil auf der einen Seite an uns zieht und uns immer mehr kontrolliert entwickelt es sich möglicherweise auf der anderen Seite ein Teil ... Der merkt ordentlich, da müssen wir auch mal weg von dieser Kontrolle.

00:08:32: Zum Beispiel könnte das ein Feuerbekämpfer sein.

00:08:40: Das sind Anteile, die ebenfalls versuchen, diese verletzten Anteilen zu beschützen.

00:08:49: Aber auf eine andere Art als die Manager nicht durch Kontrolle, sondern eher durch Kontrollverlust.

00:08:54: Wenn wir jetzt zum Beispiel an den Bulimie denken kommt vielleicht irgendwo der Punkt wo dann doch die Kontrolle nicht ausreicht und die Verletzlichkeit spürbar wird Und diese Gefühle hoch drängen.

00:09:09: und dann kommt der Feuerbekämpfer oder die Feuerbekämpferin und versucht ganz schnell das abzuwenden, dass hochkommt dieser Gefühle die uns zu überfluten drohen.

00:09:23: Und dann gibt es vielleicht einen Essanfall und schon haben wir andere Gefühlen aber... Da droht natürlich dann auch das Gefühl, von Unperfekt sein wieder hochzukommen nach so einem Essanfall.

00:09:39: Und ja da wird schon deutlich, dass es sich um einen Teufelskreis handelt und dann wird wieder kontrolliert.

00:09:44: Das Gewicht muss runter, das Essen muss raus ... Jetzt müssen wir disziplinierter sein und uns zusammennehmen.

00:09:51: Und das Ganze geht von vorne los!

00:09:53: Das haben wir ja bei vielen oder bei fast allen Suchterkrankungen denke ich, dass es so einen Teufelskreis gibt... Du kennst vielleicht diesen Schnack?

00:10:05: Warum trinkst du weil ich mich schäme?

00:10:08: Warum schämst du dich, weil ich trinke?

00:10:10: Da haben wir auch das Phänomen Ich finde das ganz hilfreich zu wissen, zum Beispiel auch wenn du, sagen wir mal ... das andere Elternteil dieser Person bist.

00:10:24: Die eine Essstörung hat vielleicht in jungen Jahren.

00:10:28: Denn die Gefahr ist häufig, dass wir, wenn wir wohlmeinend jemanden befreien wollen aus diesem leidvollen Zustand, dass Wir uns solidarisieren mit dem einen oder dem anderen Seemann.

00:10:44: Und damit natürlich das Boot wieder in Schieflage bringen und die Gegenbewegung auf der anderen Seite verstärken,

00:10:51: d.h.,

00:10:52: wenn wir versuchen zu sagen, Mensch, reist dich zusammen, lass dich nicht so gehen!

00:10:58: Du musst das kontrollieren und im Griff haben, dass da nicht noch so ein Essanfall passiert.

00:11:05: Danach geht's dir immer so schlecht?

00:11:07: Das könnte man ja gut meinen ... Und ja, aus dem eigenen Schmerz heraus das mit ansehen zu müssen.

00:11:15: Aber dann haben wir höchstwahrscheinlich sozusagen viel auf die Waage von diesem Controletty-Manager geparkt und auf der anderen Seite genau den Feuerbekämpfer, der vielleicht dieses Verhalten befeuert verstärkt unwissentlich, ohne dass wir das wollten.

00:11:36: Genau so andersrum, ne?

00:11:38: Also auch ein Plädoyer für absolutes Loslassen kann natürlich nach hinten losgehen.

00:11:46: Das heißt hier braucht es einen Ansatz der unterstützen kann dass die Teile, die hier miteinander in Ungleichgewicht geraten sind, miteinander in Kontakt kommen vor allen Dingen mit dem selbst der betroffenen Person, wenn wir das mal durch die Brille von Richard Schwartz sehen.

00:12:06: Und das ist etwas, was natürlich am besten bei Profis aufgehoben ist vor allem wenn es schon um eine ausgeprägte Essstörung geht.

00:12:16: Was dann ja auch gefährlich werden kann.

00:12:20: Ich schätze den Ansatz von System der inneren Familie sehr – ich kann mir gut vorstellen dass das ein guter Ansatz ist um sich besser verstehen zu lernen, um die Ursachen auch verstehen zu lassen.

00:12:33: Das kann man sowohl in der Familientherapie mit den anderen Familienmitgliedern, wenn das denn möglich ist ... Wir wissen ja alle, dass eine nazistische Person vielleicht nicht immer hilfreich oder auch in einer Individualtherapie anschauen wird.

00:12:54: Wie gesagt, in den Show notes findest du Literaturempfehlungen.

00:12:57: Falls du das selber ein bisschen tiefer verstehen möchtest was da passiert oder bei dir selber vielleicht auch ähnliche Muster feststellt.

00:13:06: Ich finde dass es wirklich auch wenn es nicht gerade um Diagnosen geht wo wir dann professionelle Hilfe brauchen auch an hilfreiches Mittel sich selber einfach auf die Schliche zukommen und die Selbstführung im Leben zu verbessern.

00:13:27: Ja, also in diesem Sinne ich denke es gibt wahrscheinlich noch viele verschiedene Fragen, die zu diesem Thema im Raum stehen könnten zum Modell von Richard Schwartz oder zum Thema Sucht- und Essstörung oder zu diesen inneren Anteilen, die ich erwähnt habe.

00:13:47: Oder zum Zusammenhang von Sucht und Nazismus.

00:13:51: Wenn du Fragen hast oder deine eigene Geschichte teilen möchtest kannst du natürlich die Kommentarfunktion nutzen wenn du diesem Podcast in einem Format wirst wo es eine Kommentarfunktion gibt.

00:14:04: Ansonsten bist du herzlich eingeladen auf meine Homepage zu schauen, turit-müller.de.

00:14:11: Da findest Du einen Kontaktformular mit dem Du mir schreiben kannst Wenn Du fragenlos werden möchtest.

00:14:16: wenn Du vielleicht Deine Fragen auch im Rahmen einer eigenen Podcastfolge besprochen wissen möchtes natürlich anonymisiert dann sei herzlich willkommen.

00:14:28: Ich hoffe Ich konnte dir ein paar Impulse geben, die dir helfen, dich und deinen Lieben besser zu verstehen.

00:14:35: Und einen liebevollen Umgang zu fördern mit dir und mit anderen der von Verständnis für die verschiedenen Teile, die in uns miteinander ringen können geprägt ist.

00:14:48: In diesem Sinne wünsche ich dir ein wundervoll erholsames Mai-Wochenende und sag tschüss, mach's gut und bis zum nächsten Mal!

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