Parentifizierung

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00:00:00: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mutiges Herz.

00:00:28: Ich melde mich zurück mit einer neuen Folge dieses Podcasts nach einer längeren Pause, weil ich ziemlich untergegangen bin in meinen Prämieren und zwar von meinen Lesungen Denn kürzlich ist mein neuer Krimi erschienen unter dem Strand, vielleicht hast du Lust reinzulesen um die kleine Lücke ein bisschen zu stopfen.

00:00:51: Die hier klaffte in den letzten Wochen!

00:00:54: Jetzt bin ich wieder da das Leben normalisiert sich wieder und ja... Ich möchte weitermachen mit dem Podcast.

00:01:02: Heute möchte ich mit dir sprechen über das Thema Parentifizierung, was verbirgt sich hinter diesem Wort und inwiefern hat es mit Nazismus zu tun oder kann es damit zu tun haben.

00:01:15: Parentifzierung bedeutet dass es eine Rollenumkehr in Familien gegeben hat – Das ist tatsächlich bei einigen Menschen die sich in nazistischen Partnerschaften wiederfinden in der Kindheit der Fall gewesen.

00:01:32: Viele Menschen, gerade auch wenn sie noch keine therapeutische Erfahrung haben wissen das gar nicht von sich selbst dass das so gewesen ist.

00:01:39: Für uns ist ja das was wir in unserer Kindheit erlebt haben oft einfach normal und es fehlt ja auch in vielen Fällen der Vergleich.

00:01:48: Und das bedeutet?

00:01:49: Wir sind der Sache vielleicht noch gar nicht auf die Spur gekommen.

00:01:52: Wie kann so eine rollen umkehr in der Familie aussehen?

00:01:57: Es gibt emotionale Parentifizierung, das heißt wir werden zu einer seelischen Stütze für ein oder mehrere Elternteile.

00:02:10: Wir sind die Tröster, wir sind diejenigen, die emotional-moralischen Support geben während der Trennung der Eltern in den Streitereien, die die Eltern miteinander haben.

00:02:24: In den schwierigen Lebensereignissen, die sie erleben.

00:02:29: oder auch aufgrund der Probleme, die die Eltern haben.

00:02:33: Weil sie vielleicht körperliche oder psychische Erkrankungen haben, weil sie suchtkrank sind oder ja selber traumatische Dinge erlebt haben.

00:02:43: und das heißt was wir lernen ist dass wir sehr verantwortlich uns fühlen für das Wohlergehen der Menschen um uns herum vielleicht auch eine bestimmte Art von Neigung zum Helfen entwickeln.

00:02:57: Das ist dann ja auch das, was wir als eine normale Interaktion kennengelernt haben – Wir kommen mit Menschen in Beziehung indem wir helfen und das kann ganz unterschiedlich aussehen.

00:03:10: Das kann sogar die Generationengrenzen in vielerlei Hinsicht überschreiten.

00:03:23: Und das Kind muss im Bett schlafen bei der Mutter, damit sie sich nicht so allein fühlt.

00:03:28: Da merken wir, dass kann ganz schnell in verschiedene Richtungen kippen und schwierig werden.

00:03:36: Es gibt ja diese Parentifizierung aus ganz unterschiedlichen Gründen.

00:03:41: aber vielleicht ahnst du jetzt schon OH Das kann auch in nazistischen Elternhäusern häufig der Fall sein.

00:03:48: Wir stellen uns vor hier gibt es eben nazistische psychologische Probleme entweder von dem einen oder anderen Elternteil.

00:03:59: Vielleicht werden wir für beide zur Stütze, vielleicht nur für die Person, die diese speziellen Ausbrüche und Stimmungsschwankungen hat oder für die Personen, die am empfangenen Ende davon sitzt.

00:04:11: Und Kinder in nazistischen Familien entwickeln ja häufig auch bestimmte Rollen ähnlich wie in Sucht-Familien und eine Rolle kann eben das Helferlein sein.

00:04:21: Das kann mit einer Parentifizierung einhergehen und das kann auch dazu führen, dass das zu einem Helferkomplex wird oder zu einer Neigung zur Co-Abhängigkeit im späteren Leben.

00:04:33: Dass das ein Thema bleibt, dass unsere Art es mit Menschen in Beziehung zu treten und wir wenig andere Möglichkeiten kennengelernt haben.

00:04:42: Es kann eine sogenannte instrumentelle Parentifzierung geben.

00:04:48: Wir übernehmen Aufgaben Was weiß ich, ein Elternteil ist Suchtkrank.

00:04:54: Die Wäsche muss aufgehängt werden die Wohnung muss geputzt werden oder zumindest muss alles in Orten gebracht werden wenn Besuch kommt vor dem wir uns diese Blöße nicht geben wollen zum Beispiel Klassenkameradinnen Oder es gibt andere Familien Angehörige für die wir Eltern Funktionen übernehmen.

00:05:17: Auf jeden Fall sind hier Kinder nicht auf emotionale Art rein, also das mischt sich ja auch oft wie du schon merkst.

00:05:25: Sondern eben auch von der Art der Aufgabe her überfordert und müssen Dinge tun die eigentlich noch nicht altersgemäß sind.

00:05:35: Das kann auch bedeuten Angehörige zu pflegen zum Beispiel die Eltern.

00:05:42: daran merkst du schon, dass es nicht immer irgendwie per se missbräuchlich gemeint mit böser Absicht sondern häufig weil es einfach Schwierigkeiten gibt und auch Schwierheiten gibt die vielleicht von unserem System nicht aufgefangen werden, sodass die Familien einspringen und eben auch die Kinder.

00:06:07: Zum Beispiel auch weil die Eltern an Grenzen stoßen ihrer Fähigkeit das abzupuffern und gut zu organisieren oder die Eltern insgesamt einfach von ihrer emotionalen Reife her diesen Blick nicht mitbringen was da gerade in der Dynamik passiert.

00:06:26: Zusätzlich gibt es Spielarten, die verdeckt sind.

00:06:32: Das heißt es ist vielleicht auf den ersten Blick gar nicht zu sehen dass das hier zu einer Parentifizierung kommt.

00:06:40: Die Kinder wirken einfach sehr brav vielleicht gut funktionierend bringen gute Leistungen sind sehr lieb und dadurch ja sozusagen unauffällig.

00:06:52: Sie zeigen viele gewünschte Verhaltensweisen und rutschen dadurch vielleicht ein bisschen unter dem Radar durch.

00:07:00: Das kann aber aus dem Bedürfnis herauskommen, den Eltern nicht noch mehr Schwierigkeiten machen zu wollen und dadurch nicht nur hilfreich zu sein sondern sehr angepasst zu sein ihnen vielleicht auch nicht nur Ärger ersparen zu wollen, sondern eben auch ein gutes Kind sein zu wollen.

00:07:23: Und hier merkst du schon treten die eigenen Bedürfnisse und Gefühle sehr stark in den Hintergrund wie bei den anderen Arten der Parentifizierung – das ist ja auch etwas was wir aus nazistischen Elternhäusern kennen.

00:07:35: Das muss aber gar nicht unbedingt ein nazistisches Elternhaus sein, aber du siehst es kann auch zum Beispiel eine Erkrankung von einem Elternteil, die nicht gut aufgefangen wird.

00:07:47: Dazu führen das sich ähnliche Dynamiken, ähnlichen Strukturen, ähneliche Schwierigkeiten beim Kind auch entwickeln, die dann gegebenenfalls auch mit dazu beitragen können dass wir es gewohnt sind... Das ist hier ein Ungleichgewicht.

00:08:00: gibt, dass wir Es gewohnten sind, dass unsere Gefühle und Bedürfnisse keine große Rolle spielen, dass wer es gewöhnt sind hilfreich oder angepasst in Beziehungen zu treten dass wir das mitnehmen in unsere weiteren Beziehungsgestaltungen und dann eben auch in unsere Partnerschaften.

00:08:18: Es kann auch einen starken Einfluss darauf haben, wenn wir eine Parentifizierung erlebt haben – Mit welchem Mindset?

00:08:25: Mit welchen Glaubens setzen wir der Welt gegen übertreten?

00:08:29: Ich gebe mal ein paar Beispiele dafür!

00:08:34: oder ich kann mich nur auf mich selbst verlassen, oder wenn ich es nicht selbst mache wirds nicht gut.

00:08:41: Oder nur wenn ich mich anstrengen kann ich geliebt werden?

00:08:49: Nur wenn ich helfe bin ich ein guter Mensch!

00:08:53: oder ich sollte keine Bedürfnisse haben, ich möchte anderen nicht zur Last fallen.

00:08:58: All diese Dinge die eben durch dieses typische nazistische Entdienst genommen werden entstehen können auch oder gleichzeitig durch eine Parentifizierung entstehen in einem Kind und dann bis ins Erwachsenenleben weiter wirken in der Art und Weise wie wir mit uns und andern und der Welt umgehen und draufblicken.

00:09:25: Hier kann es wichtig sein, als ersten Schritt überhaupt zu bemerken dass es das gibt.

00:09:33: Also wenn du dich jetzt hier wieder erkennst dann einfach da mal ein bisschen hinzuspüren wenn es dich nicht überfordert und zu schauen ja was sage ich mir da eigentlich?

00:09:47: Über mich, über die Welt, über andere?

00:09:49: Was ist der Glaubenssatz dahinter Und zu welchen Handlungen bringt er mich?

00:09:57: Was sind typische Verhaltensweisen, die für mich daraus resultieren.

00:10:02: Dass ich zum Beispiel schwer Nein sagen kann wenn jemand Hilfe braucht oder dass ich dabei über meine eigenen Grenzen gehe dass ich gar nicht so richtig weiß, was ich brauche und wie es mir geht.

00:10:19: Und was heißt das konkret?

00:10:21: Habe ich vielleicht gerade Dinge zugesagt die ich nicht mag?

00:10:24: haben wir eine Aufgabenverteilung in unserer Familie, die ich eigentlich gar nicht mehr tragen mag und kann ohne dass mir das richtig bewusst ist?

00:10:36: beeinflusst das vielleicht auch noch immer die Beziehungen, die ich mit meiner Ursprungsfamilie habe oder die Beziehungen, fühle ich mich damit eigentlich wohl, wie das ist und an welchen Stellen merke ich eigentlich dass sich was anderes bräuchte.

00:10:59: Also der nächste Schritt ist dann ja sich selber erst mal wieder spüren zu lernen.

00:11:03: Das ist ja teilweise wirklich soweit weggeschoben.

00:11:06: Dass es gar nicht so ist, dass ich Bedürfnisse habe und die nicht äußer sondern dass ich gar nicht merke, dass meine Bedürfenisse nicht erfüllt werden, dass Und da gilt es erst mal wieder spüren zu lernen.

00:11:23: Das heißt, das erste was du tun könntest um den ein bisschen auf die Spur zu kommen ist mal wieder beobachten und dann gegebenen falls langsam langsam auch zu gucken.

00:11:34: kann ich diesen Glaubenssatz verändern?

00:11:37: dass gibt natürlich Möglichkeiten, ich habe das zum Beispiel auch in meinem Ratgeber und in meinem Arbeitsbuch Verdeckter Nazismus.

00:11:45: In Beziehungen heißen sie beide ausführlich erklärt wie man Glaubenssätze ändern kann oder aber wenn es eine tiefe Prägung ist gegebenenfalls auch im Rahmen des Coachings oder sogar in einer Therapie, denn du hast vielleicht schon gemerkt als ich vorgestellt habe wie es zu einer Parentifizierung kommen kann.

00:12:06: Das kann teilweise auch mit sehr einschneidenden Erlebnissen einhergehen und durchaus auch einen traumatischen Charakter haben.

00:12:16: Und je nachdem sei achtsam mit dir, guck mal welchen Rahmen das für dich braucht.

00:12:22: Dich an dieser Stelle besser kennen zu lernen.

00:12:25: Möglicherweise möchtest du eine Person dazu holen die sich damit auskennt und die dem einen guten und sicheren Raum zur Verfügung stellen kann dich an dieser stelle besser kennenzulernen.

00:12:39: ja Wenn es Fragen dazu gibt, wenn du Dinge teilen möchtest darüber, sei willkommen die Kommentarfunktion zu nutzen und etwas unter diese Podcastfolge zu schreiben überall da wo das möglich ist.

00:12:53: oder schreib mir gerne auch eine E-Mail über die Kontaktfunktion in meiner Homepage www.turi-müller.de.

00:13:05: gerne mache ich auch zu deinen Fragen speziell eine Podcast-Folge in anonymisierter Form, versteht sich.

00:13:13: Ich freue mich wenn ich einen kleinen Anstoß geben konnte.

00:13:18: mehr zum Thema Parantifizierung und Trauma, Nazismus und toxische Beziehungen findest du ab Oktober.

00:13:28: In meinem neuen Ratgeber Toxische Beziehungen – ich stelle dir schon mal den Link, dann kannst du schon mal ein bisschen reinschnuppern in die Show-Notes.

00:13:39: Außerdem möchte ich dich herzlich einladen!

00:13:42: Falls du mal Coaching kennenlernen möchtest aber vielleicht noch nicht sofort in ein Einzelcoaching gehen magst mal beim Gruppencoaching vorbei zu schauen.

00:13:52: Der nächste Termin ist am zweiten Mai von acht bis zehn Uhr online, melde dich auch hier gerne über das Kontaktformular auf meiner Homepage an!

00:14:03: Ich freue mich auf deine Fragen dazu oder auf deine Anmeldung.

00:14:08: und jetzt hoffe ich einfach dass du hier vielleicht ein interessantes Thema gefunden hast wo ja wo du mal hinschauen magst und gucken, ob es dich abholt.

00:14:20: Ob es auf dich zutrifft oder ob das vielleicht auch gar nicht deine Baustelle ist.

00:14:24: Das ist ja nichts was zwingend bei allen Menschen vorliegen muss die sich in einer toxischen Beziehung wieder finden aber es ist etwas was mir häufig begegnet.

00:14:33: In diesem Sinne guters selber tiefer kennen lernen und eine gute Woche und ich sage tschüß machts gut.

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